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Sedimentuntersuchung mit Echolot

Üblicherweise wurde in der Vergangenheit zur Klassifikation und Bestimmung der Sedimente, die einen Gewässergrund aufbauen, an einigen wenigen Punkten vor Ort eine Bestimmung der Sedimente durchgeführt. In der Auswertung unterstellte man großzügig, dass die derart punktuell gewonnene Information über die Beschaffenheit des Bodens für ein größeres Areal repräsentativ ist und extrapolierte ihren Informationsgehalt für eine flächenhafte Darstellung weit über deren tatsächliche Position hinaus. Fehlklassifikation waren dabei methodenbedingt praktisch unvermeidbar.

Neue hydroaktustische Messmethoden und Softwareinstrumente ermöglichen nunmehr eine rasche, sehr kosteneffiziente und weitgehend flächendeckende Klassifikation von Gewässersedimenten. Die entlang eines dichten Netzes an Messprofilen gewonnenen und per DGPS räumlich referenzierten akustischen Signale werden in real-time aufgezeichnet und nachträglich in spezialisierter Software detailliert ausgewertet. Dabei ist jedes einzelne aufgezeichnete Messsignal Träger einer Fülle von Informationen, die nicht nur die genaue Lage des Gewässergrundes, sondern auch dessen Härte und Rauhheit, die Eindringtiefe und das Eindringverhalten des Signals in den Untergrund und vieles anderes mehr beinhalten. Diese Informationen werden abgestimmt und ergänzt durch vor Ort aufgenommene Sedimentproben bzw. Sedimentbestimmungen, sogenannte "Ground Truth Samples". "Ground Truth Samples" ergänzen einerseits die Information der hydroakustischen Messung, und fungieren andererseits zugleich als deren Kontrolle durch den Vergleich mit den tatsächlichen Verhältnissen vor Ort. Dadurch ermöglichen sie eine feinere Kalibrierung der Auswertungen in Hinblick auf die Klassifikation von Sediment- und Bodentypen und andere Analysen.

Die Möglichkeit der Auswertung von Sedimenten mit Hydroakustik ist nicht alleine auf die Oberfläche und deren Klassifikation auf einige Bodentypen beschränkt. Tiefere Frequenzen dringen auch in weiche Sedimente ein bzw. transportieren von hier auswertbare Informationen zur Sender/Empängereinheit des Echosounders. Unsere Geräte- ausstattung erlaubt synchron zur Ausstrahlung eines Signals bei 200 kHz die Aussendung eines weiteren Signals mit 38 kHz. Dieses zweite Signal vermag bis zu 10 und mehr Meter in weiche Sedimente einzudringen und dabei auswertbare Informationen über Aufbau und Beschaffenheit des Gewässergrundes zu sammeln.

Anwendungen

Unsere Methode der hydroaktustischen Untersuchung von Gewässersedimenten kann von kleinen Booten mit nur einem Mann als Bedienungspersonal erfolgen. Dabei werden in nur wenigen Stunden entlang von Messprofilen tausende georeferenzierte Messsignale gesammelt und aufgezeichnet: eine in Hinblick auf Zeit-, Personal- und Sachaufwand wohl konkurrenzlos günstige Methode zur Datengewinnung. Die Auswertung der gesammelten Daten erfolgt in spezialisierter Software, die teilweise eigens zu diesem Zweck von unserem Unternehmen entwickelt wurde. Im Blickpunkt stehen besonders die Darstellung des Aufbaus bzw. der Sedimentations- verhältnisse des Gewässergrundes, die Klassifikation der Bodentypen, die Härte des Bodens sowie dessen Rauheit.




Bodenmorphologische Verhältnisse unter der oberflächlichen Schichte weicher Sedimente entlang eines Messprofils im östlichen Ossiacher See. Eine markant härtere Schicht durchbricht mächtige Lagen wei- cherer Sedimente, um kurz den Boden zu berühren und wieder in den weichen Sedimenten abzu- steigen. Das wohl geologisch bedingte Aufsteigen dieser Schicht zeichnet sich noch in der örtlichen
Topographie des Gewässergrundes ab. Der Einblick in den Boden erläutert derart die aktuelle Oberfläche des Seebodens.


Anwendungsbeispiele

  • Klassifizierung von Sedimenttypen
  • Messung von Schlammdicken
  • Auffinden von vergrabenen/zugeschlämmten Kabeln oder Leitungen
  • Erkundung der oberflächennahen Geologie
  • Archäologische Untersuchungen
  • Vermessung von Hafenanlagen
  • Kartierung geologischer Formationen



Karte der Sedimenttypen


Mächtigkeit der Weichauflage


Sediment-Mächtigkeit


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