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Standortsuche/Standortbewertung

Findung und Bewertung von Standorten und Standortpotenzialen ist vorwiegend ein Problem wertgesteuerter Entscheidungsfindung. Dabei Computer bzw. Methoden der elektronischen Datenverarbeitung zu verwenden, mag auf den ersten Blick irritierend erscheinen. Tatsächlich ersetzt der Computer den Menschen in diesem Prozess nicht, sondern stellt nur als unterstützendes Medium Informationen und Methoden zur Verfügung, die rationalere und damit bessere Entscheidungen ermöglichen.

Methodisch erfolgt dies durch eine Kombination zweier unterschiedlicher Systeme: die sogenannten "Entscheidungs- unterstützenden Systeme" (Decision Support Systems) stellen Entscheidungsvorgänge transparent, nachvollziehbar und ohne subjektive Vorlieben oder Ab-neigungen dar. Durch die Einbeziehung solcher Systeme in Systeme der Geographischen Informationsverarbeitung (GIS) können auch Problemstellungen der Entscheidungsfindungen über große Gebiete hinweg ohne Qualitätsverlust gelöst werden.

Die Berechnung von Standortpotenzialen beruht auf einer Reihe von Faktoren, die das Ausmaß der Lagegunst eines konkreten Standortes in Hinblick auf seine Eignung für den angepeilten Zweck beschreiben. Die Entscheidungsträger definieren in diesem Prozess die Rahmenbedingungen, die mittels des Rechenmodells den verschiedenen möglichen Standorten entsprechend ihrer Lagegunst zur Erfüllung des Zwecks unter-schiedliche Potenziale zuweisen. Auf diese Weise werden die eingesetzten Ressourcen, nicht zuletzt auch das nicht vermehrbare Gut "Grund und Boden", bestmöglich genutzt, Fehlinvestitionen vermieden und allfälligen zukünftigen Nutzungskonflikten vorgebeugt.

Methoden

Fachexperten als Entscheidungsträger in der Parametrisierung des Modells zur Berechnung von Standortpotenzialen. In einem iterativen Prozess formulieren sie die Rahmenbedingungen des Modells zur Berechnung von Standortpotenzialen. Unter anderem legen sie im Konsens jene Faktoren für Lagegunst fest, denen besondere Bedeutung in Hinblick auf eine Standorteignung zukommt. Weiters bilden sie Hierarchien individueller Bevorzugungen von Standorteigenschaften.

Deren Auswertung erfolgt durch Instrumente der Entschei- dungsunterstützung (Pairwise Comparison Matrix, Principle Eigenvectors), die Umlegung auf konkrete Standorte durch spezielle Softwarewerkzeuge auf Basis der Standard-GIS-Software ArcView. Dies ermöglicht eine problemlose Integration unterschiedlichster Daten in das Modell sowie eine Übergabe der Ergebnisse in digitaler Form.

Anwendungen

Unsere Methodik der Bestimmung von Standort-potenzialen ermöglicht es, aus dem eingesetzten "Kapital" (Grundstücke, Erschließungskosten, Baukosten u.a.m.), den größtmöglichen Nutzen zu ziehen. Daraus ergeben sich zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten, die sich konkret in den verschiedenen aktuellen Referenzprojekten widerspiegeln.

Anwendungsbeispiele

  • optimale Standortbestimmung - Bestimmung der ‘bestmöglichen’ Standorte für unterschiedliche Zwecke (Wohnen, Gewerbe, Industrie, Einkaufs- u. Handelszentren u.ä.)
  • langfristige Standortsicherung - vorausschauende Planung im Sinne nachhaltiger Nutzung
  • Vermeidung von Nutzungskonflikten - Minimierung von Konflikten durch Kenntnis konkurrierender Standorteignung
  • grenzüberschreitende Standortprojekte - Entwicklung von Standortprojekten über Gemeinde-, Bezirks-, Landes- und Staatsgrenzen hinweg (gemeinsame Gewerbe- und Industriegebiete u.ä.)
  • Simulationen und "Planspiele" - Studium der Folgewirkungen unterschiedlicher Standortentscheidungen
Aktuelle Referenzprojekte
  • Programmierung einer Applikation zur Auswertung wirtschaftlicher Standortpotenziale (Auftraggeber: Salzburger LandInvest, Salzburger Landesregierung)
  • INTERREG IIIA-Projekt ‘Standortpotenziale für überregionale Betriebsstandorte im gemeinsamen Wirtschaftsraum von Salzburg und Bayern’(Auftraggeber: Regionalverband Salzburg Stadt und Umgebungsgemeinden, Salzburger Landesregierung, Regierung Oberbayern)
  • Standortbewertung Nationalparkzentrum Hohe Tauern (Auftraggeber: Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern GmbH.)
  • Betriebsstandortpotenziale im Bundesland Salzburg (Auftraggeber: Salzburger Landesregierung)

Resultate

Das Modell berechnet für die prinzipiell geeigneten Gebiete innerhalb des Untersuchungsraumes Standortpotenziale. Diese Potenziale können sich je nach Fragestellung auf unterschiedli-che Zwecke (Wohnen, Gewerbe, Einkauf u.a.) beziehen oder diese vergleichend abwägen.

So ist es beispielsweise möglich größere Areale für gewerbliche Nutzung zu lokalisieren, bei denen hohe Eignung für diese Nutzform konform geht mit geringer Eignung für allfällige andere konkurrierende Nutzungen. Auf diese Weise beugt die Standortentscheidung zukünftigen Nutzungskonflikten vor. Der zur Verfügung stehende Grund und Boden wird genau jenem Zweck zugeführt, für den er die höchste Eignung aufweist.

Damit stehen verlässliche Grundlagen für rationale Standortentscheidungen zur Verfügung. Einer raschen Realisierung des Projekts steht nichts mehr im Wege.


Fachexperten legen die Rahmenbedingungen fest


Flächen werden bewertet


einzelne Standorte werden gesucht


Vorhaben werden realisiert






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